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Märchen verrückt gemixt

Niederdeutsche Bühne: Akteure amüsierten mit rasantem Fabel­ Mix, viel Wortwitz, Situationskomik und Verfremdung

Philip Lüsebrink spielt die 13te Fee

Holsteinischer Courier vom 20.11.2018

Gabriele Vaquette · Neumünster

Es war einmal ein kreatives Team von Schauspielern, die gaben eine Märchenstunde der etwas anderen Art: Ein Dornröschen mit Handy, ein König in der Ehekrise, ein böser Wolf mit Magenproblemen, durchgeknallte Zwerge und eine diabolische Fee tummelten sich im Stück „Es war einmal - 7 Märchen auf einen Streich", das am Wochenende im Studiotheater der Niederdeutschen Bühne Premiere feierte. 240 Zuschauer gingen in zwei Vorstellungen auf eine - ausnahmsweise hochdeutsche - rasante Reise in eine auf den Kopf gestellte Märchenwelt.

Das tapfere Schneiderlein wird zum Retter der Märchenwelt. Denn die Nichte des Königs ist Dornröschen und schläft seit 100 Jahren. Und da das Schneiderlein total verliebt  in die Königstochter  ist, startet er durch - doch da war noch die 13. böse Fee. Mit viel Wortwitz, urkomischen Situationen, schrägen Anleihen bei allen gängigen Märchen, fantasievollen Songs und überschäumender Spielfreude trieb das NBN-Team die lustige Handlung voran. Alles war durcheinander: Der Wolf hatte Dornröschen gefressen, statt der Großmutter war bei Rotkäppchen ein Froschkönig im Bett, und die schwangere Rapunzel brauchte Haarverlängerungen.

„Ich muss meine Angst besiegen oder bleib allein": Als das Schneiderlein sang sich Leon Rückert Mut an, schnippelte mit der ersten Heckenschere der Märchenwelt durch die Dornenhecke, rettete Rotkäppchen und operierte Dornröschen in der „Märchenwald-Klinik" aus dem Wolf heraus - eine der vielen Szenen, bei denen sich alle kugelten. Denn der Wolf - köstlich tollpatschig: Frank Juds - hatte ein schlechtes Gewissen, dass er dauernd fressen musste.

Als böse Fee faszinierte Regisseur Philip Lüsebrink, begleitet von ,,Buh"-Rufen, in gekonnt verruchten Szenen (,,Ich mach' das Schneewittchen kalt " ). Viele skurrile Gags und Wortspiele sorgten für Lacher. Der König - Volker Rohweder wunderbar als trotteliges Oberhaupt - fand, dass Dornröschen „ausgeschlafen" aussah, ein Spiegel wurde zum Navi durch den Märchenwald (,,die Route wird berechnet") und ein Meister? Joda-Zwerg (Ulla Heitmann) wünschte dem Schneider „Möge die Macht mit Dir sein".

In das Musical von Martin Lingnau und Heiko Wohlgemuth würzten die Spieler viele „märchenhaft schöne" Lieder wie „Ohne Märchen geht es nicht", ,,Küss den Frosch", den Großmutter-Amoklauf oder den Böse? Fee-Song vom vergifteten Apfel.

Und es wurde immer wilder: Urkomisch verfolgte der Froschkönig das Rotkäppchen, damit es ihn küsste - Patricia Juds entfaltete wunderbar ihr komödiantisches Talent, rappte mit der Königstochter (Annkathrin Köper) rebellisch gegen die durchgeknallten Erwachsenen. Doch es war das Schneiderlein, das den Frosch küsste - und erlöste damit keinen Prinzen, sondern den verzauberten Wolf - und futterte anschließend den vergifteten Apfel - die Zuschauer japsten. Am Ende gab es ein Happy-End, es setzte Jubelrufe, das Publikum applaudierte im Stehen. ,,Mir gefiel der Schneider am besten, weil er alle Aufgaben erfüllt hat", meinte Ben-Luka(6) aus Faldera. Er war mit seiner Oma Roswitha Bitter (65) aus Gadeland da: ,,Was für ein verrückter Märchenmix. Aber alles war auch gut verständlich und kindgerecht."

Karten (8/9 Euro/ 6 Euro Gruppen):
Tel. 2528029 / www.niederdeutsche-buehne-neumuenster.de.

 

20.11.2018 19:43 Alter: 27 Tage