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Niederdeutsche Bühne Neumünster : „Ich dachte, ich habe keine Chance“

Johanna Kittel übernimmt die Rolle der Eliza im Stück „My fair Lady“ der Niederdeutschen Bühne. Musik ist ihr Lebensinhalt.

vom 23. November 2017

Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neumünster | Einsam steht eine dick eingepackte Frau vor dem Eingang der Niederdeutschen Bühne. Es ist schon dunkel, und sie friert. Doch zu spät zur Probe kommen gehe ja nicht, da wartet sie lieber ein paar Minuten.

Ihr Name ist Johanna Kittel, und sie spielt in der plattdeutschen Variante des Stückes „My fair Lady“ die Hauptrolle. Beim Casting hatte sie sich gegen zwei Konkurrentinnen durchgesetzt, die von einer Schauspielschule kamen. „Ich dachte, ich habe keine Chance“, erinnert sich die 27-Jährige. Sie hat keinerlei Schauspielerfahrung und spricht kein Plattdeutsch. Das lernt die examinierte Logopädin jetzt erst. Zumindest so viel, dass sie ihre Rolle spielen kann. „Normalerweise bringe ich den Menschen ja Sprache näher, jetzt ist es andersherum. Eigentlich ja schon verrückt“, bemerkt sie und lacht. Dabei hat die Baden-Württembergerin noch ein weiteres Kreuz zu tragen. Ihr süddeutscher Akzent ist auch im Hochdeutschen für einen Ur-Schleswig-Holsteiner noch zu erahnen.

Für den Regisseur ist das kein Problem. „Sie spielte total befreit auf. Sie hatte auch etwas Naives beim Vorsprechen“, sagt Philip Lüsebrink, der Regisseur des Stückes. Bei diesem Satz lacht Johanna Kittel wird aber auch etwas rot. Doch grade diese Naivität hat ihr geholfen. „Die anderen beiden wollten einen Job. Sie wollte Spaß“, erklärt Lüsebrink.

Diesen Spaß merkt man der Neu-Hamburgerin bei den Proben an. Ihre unbeschwerte Art bereitet ihr allerdings Probleme, wenn sie ihre Kollegen anschreien muss. Oft muss sie lachen, wenn sie auf Michael Schmidt, der den Part des Higgins spielt, zustürmt. Doch die zierliche Frau weiß ihre Mimik einzusetzen. Sie fletscht die Zähne, als sie beleidigt wurde, kann aber innerhalb von Sekunden zur Zerbrechlichkeit eines kleinen Mädchens wechseln. Vor allem liegen ihr die gesanglichen Elemente. Schon mit sieben Jahren fing sie an, Klavier zu spielen. Während ihres Studiums in Göttingen nahm sie zudem Gesangsunterricht. „Dann bin ich zu meinem Freund nach Hamburg gezogen“, sagt Johanna Kittel. Nachdem sie sich dort eingelebt hatte, suchte sie auch in der Hansestadt nach einer Lehrerin. Diese hatte Kontakt zur Niederdeutschen Bühne und vermittelte ihr das Vorsprechen.

Da ist sie dann ohne Erwartungen hingefahren. „Danach war ich bei Ikea und bin nach Hause gefahren. Abends kam dann schon der Anruf“, erinnert sie sich mit einem Schmunzeln. „Meine Eltern wussten gar nicht, dass ich bei einem Vorsprechen war. Das musste ich erstmal beichten“, sagt sie. Deren Hauptsorge war ebenfalls das Plattdeutsche. „Doch genau das möchte ich ja haben“, betont Lüsebrink. Das Blumenmädchen soll anständig Platt lernen und so zur feinen Dame werden. Dazu ist eine Schauspielerin, die noch nie mit dem Plattdeutschen in Berührung kam, natürlich ideal. Auch ihre Art passt zur Figur der Eliza. Johanna Kittel hat bei jeder Regieanweisung immer eine kesse Antwort. Doch weil sie dabei immer lacht, ist es unmöglich, ihr böse zu sein.

An Silvester lädt die Niederdeutsche Bühne um 19 Uhr zur Premiere ins Theater in der Stadthalle.

23.11.2017 18:05 Alter: 20 Tage