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Freitag, 20. September 2019

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08.04.19

Begeisterte Nostalgie op Platt

Wi sünd wedder wer - Vun Petticoat und Weertschopswunner" führte bei der Niederdeutschen Bühne...

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Ein Theater-Thriller vom Feinsten

Eine gelungene Premiere von Dat kole Grusen" reißt 150 Zu­schauer der Niederdeutschen Bühne zu Beifallsstürmen hin

ENTSETZT: DIRK SANDERS (NIELS MÜNZ) FINDET EINE BLUTÜBERSTRÖMTE LEICHE. Foto: Michael Ermel

Holsteinischer Courier vom 11.02.2019
Klaus Merz

NEUMÜNSTER Mord und Todschlag: Das Ensemble der Niederdeutschen Bühne (NBN) bot am Freitagabend bei ihrer Premiere zu „Dat kole Grusen" von Peter Colley an der Klosterstraße eine beein­ druckende Vorstellung. Die 150 Zuschauer im ausverkauften Haus wa­ ren begeistert und spendeten am Schluss frenetischen Beifall für die vierAkteure.

Dramaturgisch strebte das Stück mit gekonnten Wortspielen zu immer neuen Höhepunkten in der Auseinandersetzung zwischen Dirk Sanders (Niels Münz), seiner Frau Jana Sanders (Sabine Laube), Bauer Georg Wilhelms (Holger Krützfeldt) und Dirks Schwester Laura (Harmke Janssen). Die Zuschauer erlebten Überraschung auf Überraschung, die mit dem Tod von Laura und Dirk sowie einem Infarkt von Georg ende­ ten.

Der Inhalt: Dirk bringt Jana, die frisch aus einer psychiatrischen Klinik entlassen wurde, auf einen entlegenen Bauernhof zur Erholung. Dort geschehen mysteriöse Dinge, die Jana in ihre alten Angstmuster zu­ rückfallen lassen. Vermieter Georg heizt die Situation ordentlich an, indem er „gruselige Spöökengeschichten to'n Besten gifft". Als Dirks Schwester - herrisch, kühl und berechnend - zu Besuch kommt, kippt die Stimmung komplett. Es passieren unerklärliche Dinge - und Jana scheint endgültig den Verstand zu verlieren.

Sabine Laube als Jana spielt in ihrer ersten Hauptrolle sehr überzeu­gend die Wechselbäder einer traumatisierten Person. Niels Münz als Dirk glänzt als scheinbar hilfloser Ehemann, der Gutes will und es nicht schafft. Bauer Georg (Holger Krützfeldt) ,,maakt de Saak noch gräsiger mit sin Spöökengeschichten",die oft schon schwarzer Humor sind. Schwester Laura schließlich,die sich„opspeelt a sso'n Feldwe­bel" ist ein gelungenes Gegenstück zur sensiblen Laura.
Ihr gemeinsa­mes engagiertes Spiel endet in einem vorhersehbaren Eklat.

Eine besondere Note erhält „Dat kole Grusen" durch zahlreiche kleine Bonmots, besonders von Georg: Als Jana ihm am Morgen Kaffee anbie­ tet, lehnt er mit seinem empfindlichen Magen ab, lässt sich lieber Whiskey servieren.

Nach nur drei Monaten Probe entstand ein sehenswerter Theater­Thriller, der in dieser Form nicht so oft an der NiederdeutschenBühne zu sehen ist. Die überzeugende klare Handlung (Regie Stephan Greve) und die schauspielerischen Leistungen waren am Freitag auch ein Er­lebnis für die Zuschauer, die der plattdeutschen Sprache nicht mächtig waren. Anna (17) und Miriam Stüber (20) fanden das Stück „sehr gut und ziemlich gruselig. schauspielerisch eine echt gute Leistung, be­sonders Jana", lobten sie. Das sahen die anderen Zuschauer auch so und belohnten das Ensemble mit rhythmischen, teils frenetischem Beifall.

Die nächsten Aufführungen finden am 11., 12., 13. und 14. Februar in der Stadthalle und am 15., 16. und 17. Februar im Studiotheater an der Klosterstraße statt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

13.02.2019 08:50 Alter: 219 Tage